Cozy Characters - mein aktuelles Portfolio
The Quiet Inbetween
Ein Cozy Game über die kleinen Dinge im Verborgenen
Meist ist das Glück nicht groß. Es sitzt in der Wärme einer Tasse, im ersten Licht eines neuen Morgens, in dem Moment eines Lächelns. Diese Momente des Glücks warten nicht auf uns, sie sind einfach da, still und beständig, und entfalten ihre ganze Wirkung erst dann, wenn wir innehalten und wirklich hinschauen.
The Quiet Inbetween erzählt von genau diesen kleinen Momenten voller Bedeutung. Und von den Spirits, die in ihnen wohnen.
Meine Gedanken zum Projekt
Die Spirits sind aus meiner eigenen fiktiven Spielidee heraus entstanden und verkörpern für mich das, was ein Cozy Games ausmacht. Ich sehe sie als 4 NPCs, die dem Spielenden im Laufe der Geschichte als zentrale Elemente begegnen und somit die Geschichte weitererzählen.
Spirit des verlorenen Schlüssels
Er taucht auf, wenn man aufgehört hat zu suchen. Ihm zu begegnen erinnert daran: Es war die ganze Zeit da. Und manche Türen öffnen sich erst, wenn man loslässt.
Spirit der Kerzenflamme
In ihrem Umhang trägt sie die Kerzenflamme, die nie erlischt. Sie ist da, wenn es draußen dunkel wird, wenn man sich in seine eigene Welt zurückzieht, die Wärme und Geborgenheit bedeutet.
Spirit des Morgennebels
Der Spirit zwischen den Dingen, bevor der Tag beginnt. Kühl, still, friedlich, mit einem Gefühl, das einlädt innezuhalten. Er gehört der Stunde, in der alles noch offen ist und die Welt sich einen Moment lang ganz groß anfühlt.
Dorfbewohner
Eine begehbare Stadt oder ein Dorf ist ein absoluter Cozy Game Klassiker. So ein Dorf lebt durch seine Bewohner: Die Person hinter einem Tresen, die schon weißt, was man möchte, bevor man etwas gesagt hat. Die Nachbarin, die immer eine Geschichte parat hat. Es sind prägnante Gesichter des Dorfes, das den Spielenden hängen bleibt.
Meine Gedanken zum Projekt
Diese drei Charaktere sind als Stilprobe entstanden: unterschiedliche Persönlichkeiten, unterschiedliche Geschichten, aber alle aus der gleichen warmen Welt. Dieser Stil ist auf beliebig viele weitere Bewohner des gleichen Dorfes anwendbar.
Funk Bunny
Meine kleine Spielidee: Die Stadt ist laut! Überall Menschen, die wissen, wohin sie gehen. Und mittendrin ist „Funk Bunny“, Rucksack auf dem Rücken, Ohren im Wind, Augen auf alles Ungewöhnliche gerichtet. Eine verlassene Tür, die einen Spaltbreit offen steht. Ein Leuchten hinter der nächsten Ecke. Irgendwas stimmt hier nicht, und genau das macht es so interessant.
Funk Bunny ist kein Held im klassischen Sinne. Einfach jemand, der neugierig genug ist, nachzuschauen.
Meine Gedanken zum Projekt
Funk Bunny war mein Experiment mit einer anderen Formensprache: Ich wollte etwas Weicheres, irgendwie runder, fluffiger, aber mit markanter Persönlichkeit. Wichtig war mir hier auch, ihn aus weiteren Perspektiven zu zeigen, schließlich ist ein Character im Spiel selten nur von vorne zu sehen 😉
Book Badger
Meine kleine Spielidee: Der Wald ist still. Meistens zumindest. Bis Book Badger ein Buch aufschlägt und plötzlich irgendwo anders ist. Letzte Woche fand er sich mitten in einer Piratenschlacht. Die Woche vorher stand er auf einem Markt, der nur im Mondlicht existiert. Die Tasche trägt er nicht für Proviant. Die trägt er für alles, was er mitnimmt, wenn er wieder rausfällt.
Book Badger rettet keine Welten, er liest sich nur manchmal aus Versehen in sie hinein.
Meine Gedanken zum Projekt
Book Badger war ein spontaner Ausbruch meiner Fantasie und inspiriert von einer Bücher Dilogie, die ich neulich las. Der Dachs hat bewusst einen eigenen, leicht skizzenhaften Stil, der aus meiner Sicht extra Coziness ausstrahlt. Ein Wohlfühl-Character!
Arbeitsweise & Entstehungsprozess
Ehrlich gesagt beginnt jedes Projekt damit, dass ich erstmal gar nichts tue. Zumindest nichts, was sichtbar ist. Ich schaue, scrolle, speichere Bilder, sammle Dinge auf einem Moodboard, starre aus dem Fenster, gehe ins Café und lasse meine Fantasie einfach machen. Sie hüpft in alle Dimensionen gleichzeitig, unkontrolliert und vollkommen unbeeindruckt davon, was realistisch umsetzbar ist. Ja, das macht mich manchmal fertig, aber ich habe mittlerweile ganz gut gelernt, damit produktiv umzugehen.
Irgendwo in diesem kreativen Chaos findet sich dann DIE IDEE. Meistens taucht sie einfach auf, fertig gedacht, mit Persönlichkeit, Haltung und einem Ausdruck, den ich noch gar nicht gezeichnet habe. Da ist dann dieses Bild in meinem Kopf, was sich reif genug anfühlt, es sichtbar zu machen. Erst dann tauche ich ab in meinem kleinen Atelier, greife zum Skizzenbuch (oder einfach zu einem Krickel-Papier), um das festzuhalten, was in meinem Kopf schon längst existiert. Natürlich dauert es dann noch, bis ich zufrieden bin und auf dem Weg dahin probiere ich noch einiges aus, aber ich komme zuverlässig an mein Ziel. Und dann ist es eines Tages einfach fertig: Tada! Und ich bin zufrieden. Ich arbeite übrigens immer erst auf Papier und anschließend auf meinem iPad (ProCreate).
Ich weiß, dass das nicht dem „klassischen Künstlerprozess“ entspricht. Kein sauberes Schritt-für-Schritt, Farbenlehre, Skizzensammlungen über Skizzensammlung, kein geordnetes Skizzenbuch, keine Zwischenschritte, die nach Lehrbuch aussehen. Aber genau das macht meine Arbeit zu meiner Arbeit. Die Charaktere, die dabei entstehen, tragen eine Handschrift, die ich nicht plane. Sie findet sich irgendwie. Und in den allermeisten Fällen folgen ich meiner Intuition. Dem, was sich irgendwie stimmig anfühlt.
Übrigens: Auf Deadlines wirkt sich mein kreatives Chaos selbstverständlich nicht aus. Wenn etwas fertig werden muss, wird es fertig 😉